Zahnmythen: Wir testen drei Thesen auf ihren Wahrheitsgehalt

Täglich zweimal Zähne putzen, regelmäßig zum Zahnarzt gehen, nicht zu viel Süßes essen – das wissen die meisten. Aber daneben kursieren auch jede Menge Halbwahrheiten rund ums Thema Zahngesundheit. Manche davon klingen plausibel, manche wiederholen wir seit der Kindheit, ohne sie je zu hinterfragen – und manche können im schlimmsten Fall echten Schaden anrichten. Wir beleuchten in diesem Beitrag drei der hartnäckigsten Zahnmythen einmal genauer.

Mythos 1: Weiße Zähne sind gesunde Zähne

Viele Menschen setzen strahlend weiße Zähne mit einem gesunden Gebiss gleich. Das klingt zunächst logisch, und ein weißes Gebiss gilt den meisten als erstrebenswertes Schönheitsideal. Objektiv betrachtet sieht die Sache allerdings anders aus: Denn die Farbe sagt aus zahnmedizinischer Perspektive tatsächlich erstaunlich wenig über den Zustand des Zahns aus. Die natürliche Zahnfarbe ist in erster Linie genetisch bedingt und variiert von Mensch zu Mensch – leicht gelbliche oder gräuliche Töne sind vollkommen normal und kein eindeutiges Zeichen für schlechte Mundhygiene. Auch Verfärbungen durch Lebens- und Genussmittel wie Rotwein, Kaffee oder Zigaretten sind in erster Linie optisch störend.

Fast noch wichtiger ist allerdings: Ein Gebiss kann wunderbar weiß aussehen und trotzdem krank sein. Karies beispielsweise beginnt oft an schwer einsehbaren Stellen – und wird meist eher durch den daraus resultierenden Schmerz bemerkt als durch sichtbare Löcher. Ebenso kann zu häufiges oder unprofessionell durchgeführtes Bleaching zwar für ein helles Gebiss sorgen, aber den Zahnschmelz angreifen und die Zähne empfindlich werden lassen.

Wer also sichergehen möchte, dass die eigenen Zähne auch langfristig gesund sind, sollte auf eine sorgfältige Mundhygiene achten und regelmäßig zur Kontrolle in die Zahnarztpraxis kommen – der Blick in den Spiegel reicht dafür nicht.

Mythos 2: Milchzähne sind unwichtig, weil sie sowieso ausfallen

Ja, Milchzähne fallen früher oder später aus. Wer aber glaubt, es deshalb mit der Pflege der ersten Zähne nicht so genau nehmen zu müssen, sitzt einem Irrtum auf, der schwerwiegende Folgen haben kann. Denn die Milchzähne erfüllen gleich mehrere wichtige Funktionen – fallen sie aus oder müssen sie entfernt werden, sorgt das für ernstzunehmende Probleme:

  • Sie sind Platzhalter für die nachfolgenden bleibenden Zähne. Geht ein Milchzahn zu früh verloren, schieben sich mit der Zeit die Nachbarzähne in die Lücke – und wenn dann später der bleibende Zahn nachrücken möchte, findet er keinen Platz mehr.
  • Ein vollständiges Milchgebiss ist nicht nur unerlässlich für die Entwicklung von Kiefer und Kaumuskulatur, sondern auch für die Sprachentwicklung des Kindes. Ein früher Milchzahnverlust kann daher später langwierige (Sprach-)Therapien nötig machen.

Abgesehen davon kann Karies von Milchzähnen auf die bleibenden Zähne übergehen und somit auch diese schädigen. Gleichzeitig sind die Löcher im Zahn natürlich auch für Kinder sehr schmerzhaft, während die Behandlung ungleich schwieriger ist und zu regelrechten Traumata führen kann. Daher sollten Sie bei Ihrem Nachwuchs bereits ab dem ersten Zahn auf eine konsequente Mundhygiene Wert legen – wir geben Ihnen dazu gerne ein paar Tipps.

Übrigens: Achten Sie darauf, Ihrem Kind keine zucker- oder säurehaltigen Getränke wie Säfte oder gesüßte Tees in Nuckelflaschen zu geben – vor allem nicht als Einschlafhilfe oder Schnullerersatz! Dadurch werden die Zähne immer wieder von den zahnschädlichen Flüssigkeiten umspült und angegriffen – es kommt zur sogenannten Nuckelflaschenkaries (auch Nursing-Bottle-Syndrom genannt).

Mythos 3: Hartes Zähneputzen reinigt besser

Wer gründlich reinigen will, muss kräftig schrubben – das gilt doch sicherlich auch beim Zähneputzen, oder? Tatsächlich ist das Gegenteil der Fall: Wer die Zahnbürste mit zu viel Kraft schwingt, kann seinen Zähnen sogar schaden. Denn zu viel Druck beim Zähneputzen greift sowohl den Zahnschmelz als auch das Zahnfleisch an. Das wiederum kann unter anderem zu freiliegenden Zahnhälsen und empfindlichen Zähnen führen.

Für eine effektive Reinigung ist sanfter Druck völlig ausreichend – hier ist eher die Technik entscheidend: Wir empfehlen entweder klassisch kleine, kreisende Bewegungen oder die sogenannte Bass-Technik (sanftes Rütteln). Viele elektrische Zahnbürsten verfügen mittlerweile übrigens über einen Sensor, der bei zu festem Druck warnt.

Sie haben noch Fragen zum Thema Zahngesundheit & Zahnpflege? Wir sind für Sie da

Wer die Wahrheit hinter den Mythen kennt, fällt nicht mehr darauf herein – und kann seine Zähne besser schützen. In unserer Zahnarztpraxis in Rhodt unter Rietburg stehen wir Ihnen gerne jederzeit zur Verfügung, falls Sie noch weitere Fragen zum Thema haben. Wir freuen uns auf Sie!